Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Lauterbach,

es ist schon ein richtiger Schlamassel, in den Sie da geraten sind. Das schwere Erbe Ihres Vorgängers mit verschleppten Reformen, einer unsäglich schlecht organisierten Gematik, deren Inkompetenz nicht zu toppen ist und einer ePA, an der Sie festhalten, obwohl sie Ihnen um die Ohren fliegen wird.
Ich denke, Sie wissen das alles bereits, trotzdem geben Sie nicht auf, Sie halten eisern an den Fehlentwicklungen fest, warum? Ist es nicht ausgesprochen ehrenhaft, erkannte Sackgassen zu verlassen? Ja richtig, da müsste man ja eingestehen, dass Fehler begangen worden sind, tja wie gesagt ein Schlamassel!
Oder gibt es ganz andere Ziele, die für Sie viel wichtiger sind? War da in den Koalitionsvereinbarungen nicht von Ambulatorien die Rede, schönen großen Zentren zur ambulanten medizinischen und nicht zu vergessen auch zur zahnmedizinischen Versorgung der Bevölkerung. Ja richtig, weg mit den vielen Praxen, den Hausärzten, den Fachärzten und den Zahnärzten. Her mit den Ambulatorien, die gut kontrolliert werden können und, wie in der sozialistischen Vergangenheit, eine moderne und engagierte Medizin verhindern. Ein böser Traum und aufwachen Herr Lauterbach, es gibt durchaus noch Bürger, die wissen, wie die Versorgung in den sozialistischen Polikliniken ausgesehen hat und wir Zahnärzte werden nicht tatenlos zusehen, wie Sie unser bewährtes ambulantes Gesundheitswesen ausbluten lassen und schließlich ruinieren. Der laue Gegenwind, der momentan Ihr Haupthaar zerzaust, wird sich zu einem Sturm ausweiten, der Sie von der politischen Bühne fegen wird, wenn Sie den Kurs nicht ändern. Aber als erfahrener und intelligenter Berufspolitiker werden Sie die Zeichen der Zeit erkennen, den eingeschlagenen Holzweg verlassen und zum Wohle der Bevölkerung handeln.
Ist es nicht ein beruhigendes Gefühl, wenn einen der Schuh drückt oder der Zahn schmerzt, sich in die Hände einer vertrauten Praxis begeben zu können, wo man sicher sein kann, dass man gut versorgt wird.
In diesem Sinne appelliere ich hoffnungsvoll an Ihren gesunden Menschenverstand.

Ihr
Dr. Frank Hummel, München
1. Vorsitzender ZZB (Zukunft Zahnärzte Bayern e.V.)

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

in der Gesundheitspolitik liegt einiges im Argen.
Wir können und sollten die momentanen Entwicklungen, Budgetierung, keine angemesene Punktwerterhöhung im BEMA, keine Erhöhungen des GOZ-Punktwertes, Übertragung ärztlichen Tätigkeiten an Apotheken, Einrichtung von Ambulatorien etc. nicht unwidersprochen hinnehmen. Ich habe den Eindruck, dass unser Gesundheitsminister die ambulante Versorgung ausbluten lassen will. Dagegen müssen wir uns wehren. Der folgende offene Brief an Gesundheitsminister Lauterbach soll den Beginn unserer Gegenwehr markieren. Lasst uns weitere Maßnahmen planen.
Ich freue mich über jede Resonanz!