Die elektronische Patientenakte (ePA) auf einen Blick:

VORTEILE

1) Ihre persönlichen Gesundheitsdaten werden in einer Aktegesammelt und gespeichert.
2) Die Daten aller behandelnden Fachdisziplinen (Fachärzte, Zahnarzt, Psychotherapeut uvm.) werden in einer
gemeinsamen Akte verwaltet.
3) Ihre Daten werden demForschungsDatenZentrum (FDZ) in
pseudonymisierter Form zur Verfügung gestellt.
4) Der Patient kann Daten in seiner ePA löschen oder für einzelne Nutzer verbergen.
5) Ihre Daten werden auf staatlichen Servern gespeichert und demnächst auch im Europäischen Gesundheitsdatenraum
(EHDS) nutzbar sein.
6) Auch die Ergebnisse genetischer Untersuchungen können in der ePA gespeichert werden.

RISIKEN

1) Die Datenspeicherung erfolgt für Millionen von Versicherten gemeinsam auf zentralen Servern.
2) In der ePA gibt es bisher weder eine Ordnungsstruktur noch eine Suchfunktion. Jeder Arzt ist verpflichtet,
sämtliche Dokumente persönlich zu sichten, was je nach Umfang der ePA mit erheblichem Zeitaufwand verbunden ist.
3) Ihre Daten sind lediglich pseudonymisiert, nicht anonymisiert.
4) Interessengruppen können die Nutzung von Patientendaten beantragen, wenn sie als Zweck "Gemeinwohl" angeben.
5) Der Patient kann oftmals nicht abschätzen, welche Informationen für welchen Arzt wichtig sind und löscht
evtl. essenziell wichtige Informationen.
6) Bei veränderten politischen Verhältnissen können per Gesetz weitere Nutzungsmöglichkeiten Ihrer Daten be-schlossen werden.
7) Eine erbliche Erkrankung bzw. bereits die Veranlagung für eine Erkrankung kann per KI Ihren Kindern, Enkeln oder
nahen Verwandten zugeordnet werden.

FOLGEN

1) Mit einem einzigen Hackerangriff können sämtliche Patientendaten von Millionen von Versicherten erbeutet und
missbraucht werden!
2) Die benötigte Zeit zum Durchforsten der ePA nach relevanten Dokumenten fehlt für ein persönliches Arzt-Patienten-Gespräch und es steht weniger Zeit für Ihre Behandlung zur Verfügung!
3) Durch Rückverfolgung der Daten lässt sich jeder einzelne Patient wieder identifizieren!
4) Auch wirtschaftliches Interesse kann als „Gemeinwohl“ definiert werden!
5) Eine unvollständige ePA kann zu Fehlbehandlungen führen!
6) Forschung, die auf unvollständigen Daten beruht, ist unbrauchbar!
7) Eine Einsicht in Ihre Gesundheitsdaten durch Arbeitgeber, Versicherungen oder Kreditinstitute wäre denkbar!
8) Ihre Nachfahren könnten bereits vor ihrer Geburt mit Erkrankungen stigmatisiert werden, die womöglich nie
bei ihnen ausbrechen!

FAZIT

Neben den Vorteilen birgt die ePA auch Risiken. Sie werden zum gläsernen Patienten! Die riesigen Datenmengen auf zentralen Servern sind insbesondere reizvoll für
Hackerangriffe und laden zum Datenmissbrauch ein.

Widerspruch

Falls für Sie die Risiken der ePA überwiegen,dann können Sie jederzeit der Einrichtung einer ePA widersprechen bzw. deren
Löschung veranlassen (Opt-Out-Verfahren).Zudem können Sie einzelnen Nutzungen widersprechen (z.B. der Weitergabe Ihrer
Daten zu Forschungszwecken).

Sie können Widerspruch einlegen
1. Über die App Ihrer Krankenkasse
oder
2. Durch einen formlosen Brief an Ihre
Krankenkasse (Vorlage auf unserer Website
erhältlich).

Wichtig zu wissen

Wenn Sie die ePA nicht nutzen, dann entstehen
Ihnen keinerlei Nachteile! Alternativen zur ePA:
1) Der klassische Aktenordner
2) Eigener Datenträger (USB-Stick)

So bleiben Ihre persönlichsten Daten sicher und privat!